Zeittafel / Timetable

(under construction! to be continued!)

Timetable of exhibitions

 

BOX

Die Größe der der Originalkassetten wird anfänglich so klein gehalten wie nur möglich. Ab etwa 1845 und dann ab etwa 1860 werden die Schatulle jedoch größer um ab etwa 1885 ihr Maximalausmaß zu erreichen
bis/until 1832

BOX

Innen Firnis klar
bis/until 1835

BOX

Fruchtholz
bis/until 1872

BOX

Innen Firnis rot
bis/until 1875

BOX

Füsse integriert
 

 

 
1844 – 1868

BOX

Bandintarsien am Deckel
 

 

 
ab/since ~1845

BOX

Eigenes Fach für die Hebeln auf der rechten Seite vergrößern die Kassette
ab/since ~1855

BOX

Füsse angesetzt
ab/since ~1860

BOX

Knapp nach der Einführung der Ratsche bekommt die Ratsche ein eigenes Fach in der Originalkassette, die dadurch größer wird
ab/since ~1860

BOX

Transition univisible to visible bells (Bellamy 2021 S. 9 oben links), die vorher hidden bells wurden in der Folge als in sight, en vue, bells exposed bzw. sichtbare Glocken bezeichnet

ab/since ~1860

BOX

Castagnetten bereichern das Angebot an Zusatzinstrumenten in den Spieldosen

ab/since 1862

BOX

Deckelrand schwarz
ab/since 1865

BOX

Umlaufender Sockel
ab/since 1865

BOX

Langsam beginnt sich ein drittes Fach für die Hebel durchzusetzen
ab/since 1868

BOX

Innen Firnis schwarz
ab/since 1885

BOX

Die Dimension der Originalkassette erreicht ihr grösstes Ausmaß. Der Kamm des Spielwerkes macht oft nur einen Bruchteil der Länge der Schatulle aus
 

 

 
 

WERK

 
1796

ERSTES KAMM-SPIELWERK

Der Genfer Uhrmacher Antoine Favre-Salomon gibt bekannt, ein Spielwerk gebaut zu haben, bei dem ein Stahlkamm zur Tonerzeugung verwendet wird, der von dem Stiften einer Walze bedient wird. Es ist ziemlich sicher, dass es auch schon früher solche Versuche gemacht wurden, ohne dass dies irgendeinen Einfluss gehabt hätte und ohne dass dies publik gemacht worden wäre. Dass sich offenbar kein einziges signiertes Werk erhalten hat, und anscheinend auch keines, das gesichert Favre zuzuschreiben ist, ist erstaunlich, doch das Primat der Publikmachung sichert Favre eine Platz in der Geschichte des Spielwerkbaues, auch wenn er von der wohl nicht als Erstem erfundenen, aber doch erstmalig publik gemachten Kammspielwerktechnik offenbar kaum Gebrauch gemacht hat. Allein im Jahr 2020, 200 Jahre nach dem Tod von Antoine Favre-Salomon, wurden immer noch etwa 100 Millionen (vorwiegend kleinformatige) Kammspielwerke hergestellt.
1800

SCHEIBEN- oder TELLER-SPIELWERKE (sur plateau)

Der Genfer Uhrmacher Isaac Daniel Piguet könnte der erste oder zumindest einer der ersten gewesen sein, der ein Scheiben- der Tellerspielwerk (sur plateau) gebaut hat, Diese Bauweise wurde von anderen Uhrmachern, die damit zu Spielwerkmachern wurden, übernommen und hielt sich bis etwa in die 1820-er oder vereinzelt sogar noch in die 1830-er Jahre. Es gibt kein Dokument aus dieser Zeit, das beweist, dass Piguet die Erfinderschaft zuzusprechen ist bzw. ist uns von eiou.at kein solches bekannt.
Nach 1800

WALZEN-
SPIELWERKE

David Lecoultre in Le Brassus wendet sich von den Scheibenspielwerken ab und den Walzenspielwerken zu.
Nach 1800

SPIELWERKE

Die Hersteller im Valle de Joux und in St. Croix beliefern die Genfer Spielwerkmachern mit Kämmen oder sogar Rohspielwerken. Diese enge Zusammenarbeit blieb noch bis weit in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts aufrecht und trug dazu bei, die Spielwerkindustrie im Kanton Wallis zu fördern.
~1816

WERK

François Nicole erfindet die Stahldämpfer
bis/until ~1820

SEKTIONAL-KAMM-
SPIELWERKE

Sektionen à 1 Zunge
bis/until ~1845

SEKTIONAL-KAMM-
SPIELWERKE

Sektionen à 2 bis 10 Zungen
1814

EINZELKAMM-SPIELWERKE

Der erste Kamm in einem Stück, Einzelkamm = single section comb, wird von François Lecoultre entwickelt, ohne jedoch sofort allgemeine Verbreitung zu finden. Erst nach 1820 wurden die Sektionalkämme (section combs or combs having individual teeth) von den Einzelkämmen (combs cast in one piece) abgelöst.

Ein namentlich genannter Genfer Spielwerkmacher, der den EInzelkamm schon 1810 erfunden haben soll, diese Angaben finden sich in der der Wikipedia, Stand vom 5. Februar 2021, und zum Beispiel auf der Webseite Mechanische Klangfabrik.

um/about 1820 FIRMA Willenbacher/Rzebitschek und Anton Olbrich senior beginnen ihre Firmentätigkeit
ab 1820 WERK der Einzelkamm = single section comb beginnt sich langsam durchzusetzen, eine Entwicklung, die sich erst in den 1830-er Jahren allgemein durchsetzt. Als Ausnahmen sind kleinformatige Schweizer Spielwerke anzusehen die auch noch in späteren Jahrzehnten mit Sektionalkämmen ausgestattet waren.
1825

WERK

Einzelkamm=single section comb beginnt sich zu verbreiten, Sektionalkämme verschwinden jedoch gänzlich erst ab 1845
?

Erstes Cartel-Spielwerk

Jérémie Recordon was probably the first producer of a music box called cartel. His activities did not continue beyond the 1830s.
(Piguet 2004, p. 286)

ab/since 1848 WERK Mandolineneffekt (in St. Croix bei Louis Jaques & Fils)
ab/since 1850 WERK Musikstückanzeiger
<1850 – >1860 WERK Hidden Bells and Drums. Diese Zusatzinstrumente werden zuerst einmal schamhhaft versteckt und sind erst nach 1860 zu sehen, später sogar liebevoll und aufwändig dekoriert
<1860 – >1880 WERK Engelszungen (voix celeste)
ab/since ~1861 WERK Musikstückwähler
ab/since ~1862 WERK Ducommun-Girod bezeichnet Orgel-Spieldosen als Harmoniphónes
     
bis/until ~1862

WERK

Schlüsselaufzug
ab/since 1858 – 1862 WERK Ratschenaufzug
ab/since 1862 WERK Sublime Harmonie
ab/since 1865 WERK interchangeable cylinders
ab/since 1865 WERK „Orchester“, Spieldose mit vielen Zusatzinstrumenten, wie Glocken, Trommeln, Pfeifen, Kastagnetten etc., wie sie ab etwa 1870 in der Schweiz hergestellt wurden
ab/since 1870 WERK

Die polierte Messinggrundplatte wird in der Schweiz langsam von der rauen Gusseisenplatte abgelöst. Diese wurde gold- bronze- oder silberfarben angestrichen um vom Fehlen der der Politur des Messings abzulenken. Etwas später, um 1884, wurde aus der Not eine Tugend gemacht indem die Grundplatte hübsch geriffelt / gerippt wurde. In Wien setzt sich das Gusseisen knapp ab den frühen 1870er Jahren ebenfalls langsam durch, goldfarben angestrichen aber immer ungeriffelt, daneben wird jedoch auch noch Messing verwendet. In Prag darf das Gusseisen in der Firma Rzebitschek gar keinen Einzug halten, bei Maly nur ganz vereinzelt. In der Spätzeit wird in Wien die Grundplatten oft nicht einmal mehr angestrichen, es wird offenbar auch bei der Farbe gespart!

ab/since ~1870 WERK plerodiénique
ab/since ~1870 WERK helicoidal
ab/since ~1875 WERK Revolvermechanismus zum Wechseln der Walzen
ab/since 1878 WERK Zither
<1860 – >1881 WERK Longue marche
ab/since 1884 WERK Vernickelung des Spielwerkes
ab/since 1881 WERK vertical folding crank-drive, spezieller Kurbelaufzug (patent by Karrer, PICT)
ab/since 1884 WERK

Gusseiserne Grundplatten wurden gerippt

 

ab/since
~1890

WERK

Kurbelaufzug
ab/since
~1890

WERK

1891/1893 WERK Patent der Zylinderhülsen von Alfred Junod
1893 WERK Im Jahr 1893 machte der Münzeinwurf an Spieldosen bei der Weltausstellung in Chicago großen Eindruck, sodass die Erfinder, Mitarbeiter von Mermod Frères (aus Sainte-Croix) geehrt wurden
1958 WERK

Erfindung der raised pins (upset dents) durch die Léon Jaccard SA

1897 FIRMA Schließung der Musikwerkefabrik Gustav Rzebitschek
1806 Allgemein Franz Schuster, Anton Olbrich, Peter Götz und Heinrichsohn bauten Schweizer Spielwerke in Wien nach, „die so vollkommen verfertiget waren, dass sie in Rücksicht der Stärke des Tones den Schweizer Carillons [gemeint: Kammspielwerke] vorgezogen werden“ (Keeß)
1835 Allgemein Verbilligung von Messing durch industrielle Herstellungsmethoden
1872 Allgemein Letztes Jahr vor der Krise. Im Jahr 1872 lieferten die Schweiz Uhrmacher 366.000 Uhren in die Vereinigten Staaten, aber nur drei Jahre später, 1875, waren es nur noch nur noch 70.000. Warum? In den Vereinigten Staaten hatte man erfolgreich begonnen, Uhren in Fabriken mit Hilfe von Spezialmaschinen und unter Anwendung von maximaler Arbeitsteilung herzustellen
  music box industry

 

1886 Allgemein

Advent of the German disc-playing boxes, and the music box industry of Switzerland showed signs that confirmed the downward trend.

Die ersten Plattenspielwerke aus Deutschland (Leipzig und Umgebung) kamen auf und machten den Walzenspielwerken gehörige Konkurrenz, da die disc music boxes billig waren und die durch den Nachkauf von Platten den Aufbau eines großen Repertoires ermöglichten. Die Schweizer Antwort darauf war die Universelle, bei der die Walzen zwar leicht austauschbar sehr fragil waren.

1890 Allgemein Perlmuttkrise, Uhrgehäuse ohne Perlmuttverzierungen
Knapp vor 1900 Allgemein Ende der Krise der Schweizer Uhrmacher. Durch eine Umstellung der hausgewerbliche Uhrenherstellung (Heimarbeit) auf industrielle Methodenngelang die Rückeroberung des ersten Platzes des Uhrenexportes von den amerikanischen Uhrmachern
Knapp vor 1900 Allgemein

Schweren Krise der gesamten Spielwerkindustrie da Musikautomaten mit einer Reihe neuer Technologien das althergebrachte Walzenspielwerk zunehmend verdrängten. Einige Firmen (wie zum Beispiel Thorens) stellten sich schnell auf die neuen Anforderungen ein und konnten überleben. Durch die Umstellung auf die Herstellung sehr preiswerter kleinst- und kleinformatiger Spielwerke für die Andenken- und Spielwarenindustrie konnten sich einige Firmen ganz gut behaupten bis der Zweite Weltkrieg die Verkaufszahlen nach unten schnellen ließ.

1920-er Jahre Allgemein

Diversifikation. Guido Reuge erfand die Kandahar-Schibindung, Adrien Lador machte es ihm gleich und produzierte auch Schistöcke.

1948 Allgemein Nach der Depression durch den Zweiten Weltkrieges explodierte der Spielwerkmarkt weltweit im Jahr 1948.
1950-er Jahre, besonders um 1970, und ganz besonders ab 1978 Allgemein

In Japan wurde eine eigene Spielwerkindustrie aufgebaut, die zu einer Implosion des Scheizer Spieldosenmarktes führte. Großautträge blieben immer häufiger aus bzw. wurden nach Japan vergeben.

1978 boten die Japaner Spielwerke zum Kampfpreis um eineinhalb Schweizer Franken an.

Mitte 1990er Jahre Allgemein

Durch den Einstieg chinesischer Spielwerkhersteller in den Weltmarkt erwuchs ihren japanischen Kollegen eine harte Konkurrenz.

1996 kostete ein 18-Zungen-Spielwerk aus Yvderon SFR 4.50 Grancs, aus Japan SFR 2.50 francs und aus China nur SFR 1,-.

    Modifiziert nach DMM 20, 1981, 16; nach Literaturangaben, und Eigenbeobachtungen von Otmar Seemann und Hans-Jürgen Eisel

Zu einer chronologischen Zusammenstellung
der für die Spielkwerkindustrie wichtigsten Ausstellungen