Die noble Uhrengeschäft von C. Felsing, Hofuhrmacher, Berlin

 

Im Jahr 1820 siedelte Johann Conrad Völtzing aus dem Schwarzwald, wo seine Ahnen schon an 1733 als Uhrmacher tätig waren, nach Berlin um und änderte seinen Name in Felsing. Die erste Niederlassung seiner Firma befand sich in der Schloßfreiheit No. 1, Berlin.

 

Im Allgemeinen Wohnungsanzeiger für Berlin (etc.) von 1844 wird seine Adresse mit Brüderstraße 20 angegeben:

 

Später war das Unternehmen in der Berliner Prachtallee Unter der Linden 20 ansässig. Johann Conrad Völtzing starb 1870. Geschäftsnachfolger wurde sein Sohn Albert Karl Julius Felsing.

 

Felsing führte auch Spieldosen und „Musikwerke“, ein Ausdruck, dem Rzebitschek im Firmenstempel führte! Dies ist ein Hinweis, dass er mit einiger Sicherheit auch „Musikwerke“ von Rzebitschek und nicht nur von Maly führte. Letztere konnte er als seine eigenen Produkte ausgeben, da sie ungemarkt waren.

 

Willibald Albert Conrad Felsing wurde um 1878 in Berlin als Sohn von Hofuhrmacher Albert Karl Julius Felsing geboren. Er übernahm nach dem Tod seines Vaters 1901 die Firma Conrad Felsing in Berlin. Ein Teil des Geschäftshauses wurde von Willibald Felsing an den Optiker und Instrumentenmacher Oskar Messter vermietet, der hier das erste Berliner Filmstudio einrichtete. Hierdurch wurde Willibald mit der Theater und Filmwelt bekannt, was später auch seiner Nichte Marlene Dietrich nutzte, die ihn Onkel Willi nannte. (https://watch-wiki.org/index.php?title=Felsing,_Willibald_Albert_Conrad,

https://www.invaluable.com/auction-lot/conrad-felsing-hof-uhrmacher-in-berlin-109-x-31-577-c-b6a47acbf9#)

 

 

In dieser Anzeige bezeichnete sich Felsing sogar als Musiken-Bazar“, also als Musikinstrumentenhandlung! (https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/akd58_1886/0391/scroll)


Ein Bild des Geschäftes aus dem Jahr 1925 ist watch-wiki.org zu verdanken: https://watch-wiki.org/index.php?title=Datei:Gesch%C3%A4ft_von_Conrad_Felsing.jpg

 

Das Schaufenster der Firma neben dem Hotel Adlon, ganz in der Nähe vom Brandenburger Tor, war weltbekannt und in jedem Baedeker als ein Wahrzeichen von Berlin zu finden. Eine Weltuhr pendelte langsam hin und her. Sie hatte neun Zifferblätter (siehe oben!). In der Mitte das mit der Zeit von Berlin und um dieses herum acht kleinere, die anzeigten wie spät es zur gleichen Zeit in London, New York, San Francisco, Tokio, Bangkok, Karatchi, Teheran und Moskau war. Am Ende des Krieges wurde die Unter den Linden Allee total zerstört, was auch das Ende der Geschichte des Uhrengeschäftes C. Felsing bedeutet. (https://watch-wiki.org/index.php?title=Felsing,_Willibald_Albert_Conrad)

 

Siehe Rzebitschek, Werk Nr. 45452

 

Siehe Alois Maly, Werk Nr. 3075

 

Siehe ein kleinformatiges Schweizer Spielwerk eines unbekannten Herstellers ohne Nummerierung, in dem Felsing folgende kleine Etikette eingeklebt hat:


Siehe auch Bulleid, Tune Sheets, 4. Suppement, Nr. 498 mit einer Abbildung des Musikzettels, auf der auch Île Rousseau zu sehen ist, eine kleine Insel am Abfluss der Rhone aus dem Genfersee. Demnach handelt es sich um einen Weiterverkauf einer Spielwerkes einer Genfer Firma, mit einer apokryphen Nummer 47950, die von Goldhoorn, dem Autor des 4. Supplements, zwar Felsing zugeschrieben wird, was aber für eine Verkaufsnummer dieser Firma vieleicht doch zu hoch ist.

Zu weiteren Ansichten von Genf


Ein weiterer Beleg, dass Felsing auch Schweizer Spieldosen verkaufte.


Noch ein Beleg für eine Schweizer Spieldose


Was die Spieldosen betrifft, kooperierte C. Felsing mit dem Spieldosenhändler J. H. Heller, Bern.

 

Weiters ist anzumerken, dass Conrad Felsing in Berlin mit der Firma L. Spillner einen Konkurrenten hatte, der ebenfalls stark im Spielwerkverkauf war, wenn auch nicht an einer so noblen Adresse neben dem Hotel Adlon wie Felsing.