Franz Hoyer, Betreiber eines Blech- und Streichinstrumentenhandels, Gebrüder Hoyer (Andrä und Franz), Kooperation mit den Flötenwerkherstellern namens Hoyer wäre möglich

 

Drei das Verständnis erschwerende Faktoren kommen zusammen:
1.) Heute ist schräg gegenüber der heutigen Sackgasse Steyrerhof ein kleines Straßenstück als Verbindung zum Rabensteig. Das hat mit Hoyers Standorten nichts zu tun, wird aber manchmal verwechselt.

2.) Die Umnummerierung der Häuser fand 1821 statt, sodass man beide Systeme, die II. und III. Nummerierung (Nrg.) beachten muss. Die Details dazu folgen noch.

3.) Wer waren die Brüder Hoyer? Bis zum Februar 1820: Franz Hoyer, kein Flötenwerkmacher, sein Bruder, der Flötenwerkmacher Johann Adam Hoyer. Nach dessen Tod im Februar 1820 übernahm Katharina Hoyer die Firma.

Eine weitere Firma, Gebrüder Hoyer, die nicht Rechtsnachfolgerin der ersten war, umfasste wieder Franz Hoyer und einen Andrä Hoýer, beide waren keine Flötenuhrmacher .


Zur Orientierung des heutigen Straßenverlaufes: Die Sackgasse Steyrerhof mit den Nummern 1 (Eingang in die Kammerspiele), 2 (gegenüber, id. Rotenturmstraße 20), und 3 (Eingang in das Haus Griechengasse 4)


Zur Orientierung des heutigen Straßenverlaufes: Der Steyrerhof ist eine Sackgasse, die von der Rotenturmstraße abgeht, die, nebstbei bemerkt, ihrerseits zwischen der Nr. 25 und Nr. 27 eine durchgehende Straßenverbindung zum Rabensteig bietet. Dieses Straßenstück am linken oberen Bildrand hat keinen eigenen Namen (und auch keinen Eingang in eines der beiden Häuser, Nr. 25 und Nr. 27. Die beiden letztgenannten Häuser haben mit Hoyer nichts zu tun.

Hoyer übersiedelte 1817 vom nördlicheren Haus 726 (im Jahr 1817 noch Nr. 773, heute Nr. 22) in das südlichere gegenüber liegende Haus Nr. 728 (im Jahr 1817 noch Nr. 774, „Steyerhof“, heutige Nr. 20).


Der Straßenverlauf zu Hoyers Zeiten auf dem Messner-Plan: Der Steyrerhof als Sackgasse zwischen Nr. 726 (im Jahr 1817 noch 773) und 728 (im Jahr 1817 noch 774), Zugang zum Haus Nr. Krongasse 727, heute Griechengasse 4. Das Straßenstück gegenüber des Hauses 726 (heute Rotenturmstraße 22), ein Straßenstück, das ebenfalls Rotenturmstraße heisst, gab es damals noch nicht)



Heute wie damals stand das Haus Nr. 20, vorher 728, vor 1821 Nr. 774, quasi „alleine“.


 

Abbildung des Hauses Nr. 728 zu Hoyers Zeiten, im Jahr 1817 noch Nr. 747, heute Nr. 20, ein Jugendstilbau von 1909/1910.

Heute wie damals stand das Haus Nr. 728, das „Hirschenhaus“, „Zum braunen Hirschen“ oder „Zum goldenen Hirschen“, quasi „alleine“: nördlich, also auf der linken Bildseite, ging die kurze Sackgasse Steyrerhof ab, südlich, auf der rechten Bildseite, der Fleischmarkt, der zu seinerzeit „Alter Fleischmarkt“ hieß.

Bildquelle: Wilhelm Kisch: Wien. Die alten Strassen und Plätze Wiens ... Wien: 1883, S. 583, Fig. 225


Und welches Haus ist mit dem braunen Hirschen Nr. 774 gemeint? Hier die Antwort:



Das Haus Nur. 774 aus der oben faksimilierten Anzeige von 1817 ist der II. Nummerierung zuzurechnen, und hieß nach der Neunummierung (Nrg.) von 1821 Nr. 728. Das Haus 727 (III. Nrg.), (Nr. 773), war der Steyrerhof im engeren Sinn. Hoyer „übersetzte“ vom Steyrerhof, also der Nr. 773 (II. Nrg., Nr. 727 III. Nrg.) in das Haus gegenüber, Nr. 774 (II. Nrg., Nr. 728, III. Nrg.)




„Grashof 699“ auf dem Messner-Plan
Rot markiert sind die Häuser ais der Zeit vor 1846, hellorange die nach 1846.


Grashofgasse 4 heute


Grashof = Grashofgasse 4, Einlagerungs- und Verkaufsstätte von Gras (Wienwiki)



„Alter Fleischmarkt 695“ auf dem Messner-Plan von 1846 ...


ist heute das Haus Fleischmarkt 18.


Gebrüder Hoyer: